15. Ausgabe der Biennale in Ecuador

Konzept der Internationale Biennale von Cuenca als Gegenstück zum Anthropozän

Die 15. Ausgabe der internationalen Biennale von Cuenca am 10. Dezember steht ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Mit Fragen rund um die Klima- und Ökosozialkrise im Fokus wurde nicht nur die Anzahl der teilnehmenden Kunstschaffenden reduziert, sondern auch großen Wert auf einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck gelegt.

09. December 2021

Am 10. Dezember beginnt die internationale Biennale von Cuenca in Ecuador unter dem Titel Biennial of the Biocene: Change the Green to Blue (zu Deutsch: Biennale des Biozäns: Aus Grün wird Blau). Wie schon der Titel vermuten lässt, wird sich die 15. Ausgabe der Veranstaltung mit Fragen befassen, die sich aus der Klima- und Ökosozialkrise ergeben. Grundlage sind dabei drei Denkansätze, die der These der Hauptkuratorin, Blanca de la Torre, über das Biozän nahestehen, welches ein alternatives Konzept zu dem des Anthropozäns darstellt. Die Denkansätze sollen gleichzeitig als Richtungspfeiler dienen: Zum einen das Ahnen- und traditionelle Wissen, das die Traditionen der Gemeinschaften und das indigene Wissen bewahrt und sich mit biokulturellem Know-how befasst. Zum anderen der kritische Ökofeminismus sowie die Ökoabhängigkeit und interkulturelles Lernen als Weg zur Besserstellung aller Kulturen. Und zu guter Letzt der Anspruch Kunst zu einem wirksamen Mittel zu machen, um wahrscheinliche und mögliche Zukunftsszenarien zu schaffen, die durch die Simulation von Utopien und Alternativen angetrieben werden.

Um eine nachhaltige Biennale umsetzen zu können, die sich an diesen Gedanken orientiert, wurde unter anderem die Anzahl der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler reduziert. So entstehen weniger Räume, die dicht beieinander sein können, sodass auch Besuchende keine Transportmittel in Anspruch nehmen müssen, um alle Ausstellungsorte zu besuchen. Stattdessen sind sie dazu angehalten, den Besuch zu Fuß zu genießen und mehr Zeit an den einzelnen Projekten verbringen. So soll den klassischerweise unüberschaubaren Biennalen entkommen werden, die kaum die Zeit bieten, alles zu sehen, da sie einem rastlosen Rhythmus folgen. Ferner handelt es sich bei 70% der ausgewählten Kunstschaffenden um Frauen - der höchste Künstlerinnenanteil im Vergleich zu früheren Ausgaben der Biennale von Cuenca.

Zusätzlich zu den Denkansätzen wurden im Vorfeld eine Reihe von Leitlinien erstellt, um den ökologischen Fußabdruck während des gesamten Veranstaltungszeitraums möglichst gering zu halten. So wurde der Versand von Kunstwerken auf ein Minimum reduziert; ein Großteil der Arbeiten wurde unter Priorisierung von lokalen Materialien und umweltschonenden Verfahren vor Ort hergestellt. Zudem wurde ein Abfallkonzept entwickelt, welches u. a. beinhaltet, dass die meisten Materialien den Gemeinden gespendet werden und solche, die entsorgt werden müssen, biologisch abbaubar sind. Interessierte haben bis zum 28. Februar 2022 die Chance einen Einblick in das umweltbewusste Spektakel zu bekommen.Art.Salon

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