Kunstmuseum Wolfsburg zeigt unkonventionelle Lichtkunstschau

»Macht! Licht!«, oder lieber nicht?

Elektrisches Licht galt lange als Inbegriff des menschlichen Fortschritts. Dass es aber auch Schattenseiten aufwirft, zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg ab dem 12. März in der Ausstellung Macht! Licht! Der zweideutige Titel lässt erahnen, auf welche Aspekte des Lichts sich die Veranstaltung fokussiert – eine unkonventionelle Lichtkunstschau, deren Inhalt es nicht an politischen Botschaften mangelt. 

12. March 2022
Mariana Vassileva, Burned Hands, 2013
Kunstmuseum Wolfsburg, Dauerleihgabe aus Privatbesitz, © Mariana Vassileva, Kunstmuseum Wolfsburg, Foto: Mariana Vassileva
Mariana Vassileva, Burned Hands, 2013, verbranntes Holz, Neon, Transformator, 60 x 45 x 30 cm

Das Kunstmuseum Wolfsburg widmet sich ab dem 12. März dem Facettenreichtum des künstlichen Lichts. Die Ausstellung Macht! Licht! begibt sich auf Suche nach dem Bedeutungswandel des Lichts für die Menschheit – »von Platons Sonnengleichnis und dem beginnenden Christentum mit der Hoffnung auf eine Welt bis hin zur Erfindung des elektrischen Lichts« ist Licht nicht immer nur als Fortschritt zu werten. Fungiert es unter dem Euphemismus »weiße Folter« doch auch als Quälmethode.  

Lichtverschmutzung und Energieverschwendung sind Begriffe der Neuzeit, die das Museum mit dieser Ausstellung in den Fokus rückt. Macht! Licht! präsentiert künstlerische Positionen, die den Einsatz von Licht im Hinblick auf Ressourcen kritisch kommentieren. Die Ausstellung unterscheidet sich so von anderen Lichtkunstschauen, die alle möglichen Werke, in denen elektrisches Licht zum Einsatz kommt, unterzubringen versucht haben. Sie beleuchtet im wahrsten Sinne des Wortes gesellschaftspolitische Bedeutungspaare wie Gewalt und Macht, Kontrolle und Überwachung, Utopie und Dystopie oder Werbung und Manipulation. Vertretene Positionen sind mitunter Monica Bonvicini, Damien Hirst, Joseph Beuys, Tatsuo Miyajima, Siegrun Appelt oder Naneci Yurdagül.

Mariana Vassileva, Burned Hands, 2013
© Warren Neidich, Courtesy Priska Pasquer, Köln, Foto: Karolina Sobel
Warren Neidich, Pizzagate Neon, 2017, Installation aus Neon-Systemen, 400 x 500 x 280 cm, Privatsammlung

Als Prolog zur großen Hallenausstellung gibt es ab dem 12. März an der Fassade der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin (In den Ministergärten 10) eine 16 Meter große Lichtinstallation des Künstlers Alfredo Jaar zu sehen. Macht! Licht! läuft bis zum 10. Juli im Kunstmuseum Wolfsburg. Art.Salon

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