Nah am Leben: die Gemälde von Anders Zorn
Er war einer der berühmtesten Maler um 1900: Der schwedische Künstler Anders Zorn erhält in der Hamburger Kunsthalle eine große Ausstellung, die sein facettenreiches Œuvre vorstellt. Diverse Hauptwerke aber auch selten gezeigte Arbeiten sind ab dem 26. September zu sehen.
Sowohl das konservative als auch das liberale Publikum verehrte ihn: Mit seinen glamourösen und zugleich einfühlsamen Porträts begeisterte Anders Zorn (1860-1920) die High Society, seine lockeren und virtuosen Landschaftsbilder, Porträts des einfachen Volkes und Akte dienten jungen Kunstschaffenden als Vorbild. Besonders die deutschen Secessionisten eiferten der Malerei Zorns nach, die als Gegenentwurf zur unnatürlich wirkenden akademischen Malerei empfunden wurde. Mit herausragenden technischen Fähigkeiten, einem guten Gespür für zeitgemäße Themen und einem ausgebildeten Geschäftssinn avancierte Anders Zorn zu einem der berühmtesten Maler seiner Zeit. Die Hamburger Kunsthalle präsentiert erstmals eine große Ausstellung über den schwedischen Künstler: In Anders Zorn sind diverse Hauptwerke, aber auch selten gezeigte Gemälde und Aquarelle sowie filigrane Radierungen und von Zorn angefertigte Fotografien zu sehen. Teil der Schau sind auch die atmosphärischen Ansichten des Hamburger Hafens, die der Künstler 1891 auf Einladung des Kunsthallen-Direktors Alfred Lichtwark schuf. Die Ausstellung mit rund 150 Kunstwerken läuft vom 26. September 2025 bis zum 25. Januar 2026.
Die Karriere des Künstlers begann früh, noch vor seinem Studienabschluss: Bei einer studentischen Ausstellung zeigte Zorn sein Aquarell In Trauer (1880), das ihm viel Anerkennung und in der folgenden Zeit viele Porträt-Aufträge von wohlhabenden Familien einbrachte. 1881 bereiste er Spanien und lebte anschließend einige Jahre in London, um seine Fähigkeiten zu verbessern und sich einen Ruf als Porträtist zu erarbeiten. Zorns Bilder waren extrem beliebt und er wurde schnell bekannt. 1887 begann er mit der Ölmalerei en plein air und wurde zwei Jahre später auf der Weltausstellung in Paris mit einer Medaille geehrt. Seine wie spontan entstanden wirkenden Bilder, seine Sensibilität für die Figuren und seine technischen Fertigkeiten faszinierten das Publikum und Zorn gehörte von nun an zu einem der berühmtesten Maler überhaupt in Europa. Ab den 1890ern besuchte Zorn mehrfach die USA, wo sich sein Ruf ebenso schnell verbreitete. Er fertigte dort rund 100 Porträts von bekannten Persönlichkeiten an, darunter drei US-Präsidenten. Als wohlhabender Mann lebte Zorn ab 1896 wieder in seiner Geburtsstadt Mora, wo er sich vermehrt der Bildhauerei zuwandte und schließlich 1920 verstarb.
In Zorns Wohnhaus in Mora befindet sich heute das Zornmuseum. Die Innenräume und das Atelier, das neben dem Haus in einer Blockhütte aus dem Jahr 1290 eingerichtet ist, befinden sich noch im Originalzustand.
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