London, Estorick Collection of Modern Italian Art zeigt »Breaking Lines«
Über Experimentelle und Konkrete Poesie
Mit der innovativen Ausstellung Breaking Lines lenkt die Estorick Collection of Modern Italian Art in London das Augenmerk auf besondere Ausdrucksformen der Dichtkunst. Vorrangig beschäftigt sich die Schau ab dem 15. Januar mit dem Italienischen Futurismus und dem Werk Dom Sylvester Houédards.
15. January 2025
Courtesy Estorick Collection
Carlo Carra, Atmospheric Swirls – A Burning Shell, 1914
Der Italienische Futurismus ist als Bewegung der visuellen Kunst berühmt. Doch neben Malern waren auch viele Schriftsteller Anhänger der Gruppe – sie wurde sogar vom Dichter Filippo Tommaso Marinetti gegründet und angeführt. Das Manifest von 1909 bezieht sich mehrfach auf die Dichtkunst, nicht jedoch auf die Malerei. Diese entwickelte sich aber, wie die Bildhauerei, zu den führenden Kunstrichtungen des Futurismus. In der Ausstellung Breaking Lines der Estorick Collection of Modern Italian Art in London wird nun eines der ursprünglichen Anliegen des Futurismus in den Fokus gerückt: Experimentelle Poesie, die zum Ziel hatte, »die Ausdruckskraft der Worte [zu] verdoppeln«. Die Kunstausstellung, die bisher museal wenig beachtete Werke zeigt, läuft vom 15. Januar bis zum 11. Mai.
Der zweite Teil der Schau Breaking Lines ist einem verwandten Thema gewidmet: Dom Sylvester Houédard and Concrete Poetry in Post-war Britain. Houédard (1924-1992) war Benediktinermönch und Theologe und gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Konkreten Poesie, in der die Grenze zwischen Literatur und visueller Kunst verschwimmt. Houédard wurde beeinflusst von der Experimentellen Poesie, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem globalen Phänomen entwickelt hat. Seine Arbeiten erschienen ab den 1960ern in diversen Magazinen und Zeitschriften. Im Jahr 1965 veröffentlichte er mit Jasia Reichardt das Buch Between Poetry and Painting über die Verbindung dieser beiden Kunstformen.
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