Rund 110.000 Menschen aus 280 Dörfern musste eine neue Heimat finden: Als in den 1960ern in Pakistan der Bau der Mangla-Talsperre mit einem der größten Staudämme der Welt begann, endete für viele Menschen ihr bekanntes Leben und sie mussten sich selbstständig ein neues aufbauen. Durch das Aufstauen des Flusses wurden große Landflächen unbewohnbar. Ein großer Teil der Umgesiedelten ließ sich in Birmingham nieder. Mit der Ausstellung Saba Khan: Riverless Water widmet sich die in Lahore und London lebende Künstlerin Khan in Gemälden, Interviews und einer Installation der Erforschung von Umweltveränderungen, Vertreibung und Migration. »Ich glaube, dass Kunst eine wiederherstellende und heilende Wirkung hat. Ich kreiere Werke, die einen schönen und positiven Einfluss auf das Leben und die Herzen der Betrachter haben«, äußert sich die Künstlerin über ihr Schaffen. Die aktuelle Ausstellung läuft vom 10. Januar bis zum 06. April im Midlands Arts Centre in Birmingham.
Das interdisziplinäre Werk von Saba Khan stützt sich auf intensive Expeditionen, Recherche und Feldforschung und vereint Kunst und Performance mit Ökologie und Kolonialgeschichte. Ein besonderer Fokus liegt auf ihrer kritischen Untersuchung darüber, wie Umweltzerstörung Identität und Migration beeinflusst. Khan unterrichtete unter anderem an National College of Arts in Lahore und dem Chelsea College of Arts in London. Sie nahm weltweit an Ausstellungen teil, kürzlich beispielsweise an der Sharjah Biennial 15 (2023) und der Gangwon Triennial (2024). Im Jahr 2014 gründete Khan die Murree Museum Artist’s Residency, die teilnehmende Kunstschaffende zu Entwicklung alternativer Ideen zu sozialer Integration, Toleranz und Freiheit ermutigt und dabei die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung fördert.