Digitale Bilderflut und KI: Wie glaubwürdig ist Fotografie (noch)? In der umfassenden Ausstellung Remix. Photographie – Fiktion und Wahrheit geht die Kunsthalle Bremen Vorstellungen von und der Realität der Fotografie auf den Grund. Die Schau eröffnet am 25. Februar und zeigt unter anderem Arbeiten von Candida Höfer, Richard Mosse und Ricarda Roggan.
Richard Mosse, If I Ran the Zoo, 2012, Digitaler C-Print, 210,82 x 533,4 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen
Kann man Fotografie heute noch glauben? Konnte man das jemals? Bildmanipulation – zur Beeinflussung der Rezipienten oder als künstlerischer Ausdruck – ist so alt wie die Fotografie selbst. Anlässlich neuester technischer Entwicklungen wie KI und Deep Fakes befragt die Kunsthalle Bremen das Medium, seinen Wahrheitsgehalt und seine künftige Relevanz in einer großen Ausstellung, die historische und zeitgenössische Werke eint: Remix. Photographie – Fiktion und Wahrheit, eine Erweiterung der Sammlungsausstellung Remix, präsentiert rund 75 Arbeiten in vier Räumen. Die ausgestellten Kunstschaffenden, darunter Bernd und Hilla Becher, Candida Höfer, Richard Mosse, Sebastian Riemer, Ricarda Roggan, Thomas Ruff, August Sander, Taryn Simon, Thomas Struth und Heinrich Zille, sind größtenteils zum ersten Mal in der Kunsthalle Bremen vertreten. Die Fotografien sind teils Neuzugänge aus der Sammlung der Kunsthalle Bremen, teils Dauerleihgaben aus der Sammlung Ültzen sowie Leihgaben aus der Sammlung Lothar Schirmer. Die Ausstellung eröffnet am 25. Februar und läuft bis voraussichtlich Frühjahr 2027.
Die Schau ist etwa für den irischen Künstler Richard Mosse (*1980) eine Rückkehr nach Bremen: Im Jahr 2022 hatte er hier seine erste große Einzelausstellung in Deutschland. Mosse lotet in seinen Fotografien und Filmen die Grenzen zwischen konventioneller Reportagefotografie und zeitgenössischer Konzeptkunst aus. Er verwendet Technologien, die ursprünglich für Militär und Wissenschaft entwickelt wurden, um sichtbar zu machen, was das menschliche Auge nicht wahrnehmen kann. Von Taryn Simon (*1975), einer Künstlerin, zeigt die Kunsthalle Bremen Einblicke in ihre Werkreihe The Innocents (2002-2003): Simon fotografiert Personen, die für schwere Verbrechen verurteilt wurden und jahrelang im Gefängnis saßen, obwohl sie unschuldig sind. Ihre Verurteilungen beruhten auf falschen Identifikationen durch fotografisches Material wie Polaroids und Fahndungsfotos.
Candida Höfer, Komische Oper Berlin VII, 2020, C-Print, 140 x 118 cm, Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen / Dauerleihgabe aus der Sammlung Ültzen
Kunst für eine funktionierende Koexistenz der globalen Bevölkerung: Im Haus der Kunst in München präsentiert der Argentinier Tomás Saraceno Visionen für neue Formen des Zusammenlebens. Die Ausstellung Tomás Saraceno. Verwobene Welten eröffnet am 17. Juli.
Ein einzigartiges Œuvre: Mit über 150 Arbeiten, darunter Filme, Installationen und selten zu sehende Gemälde, präsentiert die Tate Modern die kubanische Künstlerin Ana Mendieta. Die gleichnamige Ausstellung eröffnet am 15. Juli in London.