Stockholm: Moderna Museet zeigt Brassaï

Eine neue Ära der Fotografie

Erstmals ist in Schweden das Werk des Fotografen Brassaï umfassend zu sehen: Brassaï. The Secret Signs of Paris befasst sich vor allem mit den berühmten Bildern der 1930er über die französische Hauptstadt bei Nacht. Etwa 100 Exponate zeigt das Moderna Museet in Stockholm ab dem 28. März.

28. March 2026
Brassaï, L’allumeur de becs de gaz – Coin de rue Emile Richard et Bd Edgar Quinet, ca 1931
© Estate Brassaï Succession – Philippe Ribeyrolles 2026
Brassaï, L’allumeur de becs de gaz – Coin de rue Emile Richard et Bd Edgar Quinet, ca 1931

Technisch perfekt und international geschätzt: Der ungarische Fotograf Brassaï zog 1924 nach Paris und wurde zur Legende. Sein 1933 erschienener Fotoband Paris de Nuit dokumentierte das nächtliche Treiben der Stadt, besonders des Künstlerviertels Montparnasse, in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Dokumentarisch wirken die Bilder zumindest, in Wirklichkeit sind es geschickte Inszenierungen, inspiriert von und nah an der Realität. Der Nachtschwärmer Brassaï, bürgerlich Gyula Halász (1899-1984), interessierte sich für die, die abseits idealer Lebensvorstellungen lebten: Obdachlose, Prostituierte, Straßenarbeiter. Seinen besonderen Sinn für Atmosphären und außergewöhnliche Kompositionen paarte Brassaï mit technischer Raffinesse: Nachtfotografie war selbst für geübte Fotografen eine Herausforderung. Weiterhin gilt Brassaï als Pionier der Graffiti-Fotografie: mit Streiflicht kontrastierte er in Mauern und Wände geritzte Wörter und legte den Grundstein für dieses Subgenre. Das Moderna Museet in Stockholm widmet ihm nun eine umfassende Ausstellung: In Brassaï. The Secret Signs of Paris sind vom 28. März bis zum 04. Oktober rund 100 Werke des Fotografen zu sehen.

Brassaï, der Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901) als immensen künstlerischen Einfluss bezeichnete, war über seine berühmte Nachtfotografie hinaus für seine Zeichnungen, Skulpturen und Medaillen bekannt. Im Jahr 1948 hatte er eine große Einzelausstellung im Museum of Modern Art in New York, die anschließend auch im Art Institute of Chicago zu sehen war. Neben seinen Nachtaufnahmen von Paris fertigte er auch surrealistische Fotos etwa von Kristallen an. In späteren Jahren war er im Auftrag von Harper’s Bazaar in vielen Ländern unterwegs und veröffentlichte Reisedokumentationen.Art.Salon

Brassaï, Escalier de la Butte Montmartre, ca 1937
© Estate Brassaï Succession – Philippe Ribeyrolles 2026
Brassaï, Escalier de la Butte Montmartre, ca 1937

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Er war einer der berühmtesten niederländischen Fotografen des 20. Jahrhunderts: Ed van der Elsken fing als Straßen- und Reisefotograf kulturelle Umwälzungen ein. Die Ausstellung Ed van der Elsken. Up Close wird noch bis zum 13. September im Rijksmuseum Amsterdam gezeigt.

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Kunst für eine funktionierende Koexistenz der globalen Bevölkerung: Im Haus der Kunst in München präsentiert der Argentinier Tomás Saraceno Visionen für neue Formen des Zusammenlebens. Die Ausstellung Tomás Saraceno. Verwobene Welten eröffnet am 17. Juli.

17. July 2026