Er war einer der stilprägenden Künstler seiner Zeit: Mit seinen unverkennbaren, aus einfachen Linien und Formen bestehenden Werken beeinflusste Keith Haring (1958-1990) nicht nur den Look der 1980er Jahre, sondern erahnte mit seiner Comic-Ästhetik einen gesellschaftlichen Wandel, der sich auch vollzog. Ein Aspekt ist auch das Begreifen von Kunst durch nur flüchtiges Hinsehen, da im Alltag den Menschen wohl nicht mehr die Zeit für eine intensive Auseinandersetzung bleibt. Haring ist vor allem für zweidimensionale Arbeiten bekannt, doch auch seine skulpturale Praxis ist umfangreich: Er kreierte mehrere hundert Skulpturen, von gefunden Objekten, die er bemalte, zu großformatigen Arbeiten aus Holz und Metall. Erstmals widmet sich eine Kunstausstellung speziell diesem Bereich seines Schaffens: Keith Haring in 3D eröffnet am 06. Juni im Crystal Bridges Museum of American Art in Bentonville, Arkansas und läuft bis zum 25. Januar 2027.
Keith Haring war ein äußerst vielseitiger Künstler, der unter anderem Gemälde, Skulpturen, Installationen, Videos, Wandgemälde, Druckgrafiken und frühe digitale Kunst erschuf und Performances aufführte. Er verstand es zudem, seine markanten Linien und Figuren sowohl auf kleinen als auch großen und monumentalen Formaten gekonnt einzusetzen und schnell verständlich zu komponieren. Dies gelang ihm auch auf ungewöhnlichen Bildträgern wie einem 1963 Buick Special, der ebenfalls in der Ausstellung in Bentonville gezeigt wird. In Harings innovativer und verspielt wirkender Arbeit, darunter auch zahlreiche öffentliche Skulpturen in Nordamerika und Europa, steckt deutliche gesellschaftliche Kritik, besonders gegen Rassismus und Homophobie. Zu Lebzeiten präsentierte Haring bereits als junger Künstler seine Werke auf bedeutenden Kunstausstellungen wie der Whitney Biennial und der Biennale von São Paulo.