Baltimore, BMA: »A Movement in Every Direction: Legacies of the Great Migration«

Eine Kultur bewegt ein Land

Über sechs Millionen Afroamerikanerinnen und -amerikaner verließen während der Great Migration (1915-1970) den Süden der USA und verteilten sich über den Rest des Landes. Wie sich die Bewegung bis heute auf die Entfaltung Schwarzer Kultur auswirkt, beleuchtet das Baltimore Museum of Art ab dem 30. Oktober. Eigens dafür in Auftrag gegebene Arbeiten knüpfen dabei persönliche Verbindungen in die Geschichte der USA.

30. October 2022
Jamea Richmond-Edwards’s This Water Runs Deepat the Mississippi Museum of Art, April 2022.
at the Mississippi Museum of Art, April 2022.
Jamea Richmond-Edwards’s This Water Runs Deep

Während der Great Migration zwischen 1915 und 1970 verließen mehr als sechs Millionen Afroamerikanerinnen und -amerikaner den Süden der USA und zogen in die gesamten Vereinigten Staaten. Die weitläufige Ausbreitung der Menschen über das gesamte Land, insbesondere in die Städte, veränderte die wirtschaftliche, kulturelle, soziale, politische und ökologische Struktur des Landes. Die Schwarze Kultur florierte und brachte neue Künstlerinnen und Künstler, Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Musikerinnen und Musiker hervor. 

Diesem historischen Phänomen wendet sich das Baltimore Museum of Art (BMA) ab dem 30. Oktober zu. A Movement in Every Direction: Legacies of the Great Migration (Vermächtnisse der Großen Migration) erforscht, inwiefern die Great Migration bis heute nachhallt.

Die beiden Co-Kuratoren Jessica Bell Brown, Kuratorin und Leiterin der Abteilung für zeitgenössische Kunst am BMA, und Ryan N. Dennis, Chefkurator und künstlerischer Leiter des Center for Art & Public Exchange (CAPE) am Mississippi Museum of Art, sind der Meinung, dass die Geschichte der Great Migration weder vollständig erzählt noch abgeschlossen ist, und lassen sie sich in der Gegenwart entfalten. Dazu gaben sie Arbeiten bei 12 Schwarzen Künstlerinnen und Künstlern in Auftrag, um sie im Rahmen der Ausstellung zu präsentieren. Diese sind Akea Brionne, Mark Bradford, Zoë Charlton, Larry W. Cook, Torkwase Dyson, Theaster Gates Jr., Allison Janae Hamilton, Leslie Hewitt, Steffani Jemison, Robert Pruitt, Jamea Richmond-Edwards und Carrie Mae Weems. Sie alle haben eine ganz persönliche Beziehung zur Great Migration und anlässlich der Auftragsarbeiten ihre Verbindungen zum Süden, zur Migration, zu den Vorfahren und zum Land erkundet und reflektiert. Herausgekommen ist eine außergewöhnliche Bandbreite künstlerischer Arbeiten verschiedenster Medien, darunter Malerei, Skulptur, Zeichnung, Video, Sound und immersive Installationen. Das Baltimore Museum of Art hat A Movement in Every Direction: Legacies of the Great Migration gemeinsam mit dem Mississippi Museum of Art organisiert, wo die Ausstellung bereits im April zu sehen war. Bezuschusst wird sie von der Ford Foundation. Zu sehen gibt es sie bis zum 29. Januar. Art.Salon

Zoe Charlton’s Permanent Change of Station at the Mississippi Museum of Art, April 2022.
at the Mississippi Museum of Art, April 2022.
Robert Pruitt’s A Song for Travelers
Robert Pruitt’s A Song for Travelersat the Mississippi Museum of Art, April 2022.
at the Mississippi Museum of Art, April 2022.
Robert Pruitt’s A Song for Travelers

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