Renoir, Monet, Gauguin? Dieser Titel klingt nach einer Ausstellung, die man schon unzählige Male gesehen hat. Doch das Museum Folkwang in Essen bietet zur Feier des 100. Jubiläums eine überraschend neue Werkauswahl: Vom 06. Februar bis 15. Mai 2022 sind in Renoir, Monet, Gauguin. Bilder einer fließenden Welt rund 120 Arbeiten aus der Sammlung Karl Ernst Osthaus und aus der des Japaners Kōjirō Matsukata zu sehen. Letztere wird nun zum ersten Mal seit den 1950ern wieder umfassend in Europa ausgestellt. Osthaus und Matsukata sind bekannte Sammler des frühen 20. Jahrhunderts, die den Museen ihre Sammlungen von Beginn an öffentlich zugänglich machten, um den Impressionismus einer breiten Bevölkerung nahezubringen.
Der französische Impressionismus hat seit seiner Entstehung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besonders in Japan Faszination ausgelöst. Kurz zuvor wurden japanische Holzschnitte und Gemälde, die Vergänglichkeit und das Lebensgefühl des neuen japanischen Bürgertums thematisierten, in Europa bekannt. Dieses Genre wird dort Ukiyo-e genannt (dt. Bilder der fließenden Welt) und hatten entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Impressionismus. Zu den von Matsukata gesammelten Impressionisten gehören Größen wie Paul Cézanne, Paul Gauguin, Vincent van Gogh, Édouard Manet, Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Auguste Rodin.