Berlin: Neue Nationalgalerie zeigt »Max Ernst bis Dorothea Tanning«
Netzwerke des Surrealismus
Wie haben persönliche Beziehungen zur Verbreitung des Surrealismus beigetragen? In der Ausstellung Max Ernst bis Dorothea Tanning. Netzwerke des Surrealismus. Provenienzen der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch geht die Neue Nationalgalerie der Frage anhand zahlreicher prominenter Beispiele nach. Die Schau eröffnet am 17. Oktober in Berlin.
Max Ernst, Der Kopf des "Hausengels“, 1937, Öl auf Leinwand, 65,3 x 78,2 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Neue Nationalgalerie. Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
Hundert Jahre nach dem »Ersten Manifest des Surrealismus« (1924) präsentiert die Neue Nationalgalerie in Berlin eine Ausstellung, die neue Einblicke in die international verzweigte Kunstbewegung bietet. Im Fokus stehen Werkbiografien aber auch Lebenswege namhafter Künstlerinnen und Künstler sowie Händlern und Sammlern. Der Kreis der Surrealisten war von komplexen Freundschafts-, Liebes- und Geschäftsbeziehungen geprägt, sodass Kunstwerke häufig informell die Besitzer wechselten. Zum Teil nahmen die Arbeiten in den 1930ern und 1940ern, auch durch den Zweiten Weltkrieg beeinflusst, weite Wege durch europäische Städte oder bis in die USA oder nach Mexiko. Die Ausstellung verdeutlicht, wie sowohl die historischen Zeitumstände, als auch persönliche Beziehungen und Netzwerke zur Verbreitung der internationalen Bewegung beitrugen. Max Ernst bis Dorothea Tanning. Netzwerke des Surrealismus. Provenienzen der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch ist vom 17. Oktober 2025 bis zum 01. März 2026 in Berlin zu sehen.
Im Jahr 2010 hat das Ehepaar Ulla und Heiner Pietzsch dem Land Berlin ihre Sammlung geschenkt, die der Neuen Nationalgalerie seither als Dauerleihgabe überlassen wurde. Neben dem Surrealismus liegt der Fokus auf dem Abstrakten Expressionismus New Yorks. Vertretene Künstlerinnen und Künstler, die in der Schau der Neuen Nationalgalerie gezeigt werden, sind unter anderem Leonora Carrington, Salvador Dalí, Max Ernst, Leonor Fini, René Magritte, Joan Miró und Dorothea Tanning.
Seit Januar 2023 wird die Provenienz von circa 100 Kunstwerken der Sammlung Pietzsch, die vor 1945 entstanden sind, untersucht, um insbesondere entzogene Werke aus jüdischem Besitz auszuschließen. In der aktuellen Ausstellung werden die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt.
Dorothea Tanning, Spannung, 1942, Öl auf Leinwand, 29 x 30,9 cm, Staatliche Museen zu Berlin, Neue Nationalgalerie. Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
Im Rahmen der Reihe InterNationalgalerie lädt die Alte Nationalgalerie andere Institutionen in die eigenen Räumlichkeiten ein. Den Auftakt macht ab dem 18. Juni das Nationalmuseum in Warschau mit der Ausstellung Die Erfindung der Mythen.
Noch bis zum 27. Juni zeigt Elvira Flamm drei Arbeiten ihrer Serie Ikonen ohne Namen (Icons without names) in der Ausstellung des Made in Berlin Art Award 2026. Sie wurde als eine von 20 Kunstschaffenden für die Schau in der BBA Gallery ausgewählt.