Berlin: Giulia Andreani im Hamburger Bahnhof

Historienmalerei über kollektives Vergessen

Ab dem 27. Februar präsentiert der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart in Berlin Malerei basierend auf Fotografien: Giulia Andreani: Sabotage ist ein Beispiel moderner Historienmalerei. Die Ausstellung ist der Auftakt des Jubiläumsprogramms zum 30jährigen Bestehen des Museums.

25. February 2026
Giulia Andreani, L\'improduttiva, 2023
© Giulia Andreani, Max Hetzler, VG Bild-Kunst Bonn, 2025 / Charles Duprat
Giulia Andreani, L'improduttiva, 2023

Sie beschreibt ihre Praxis als Malen mit Fotografien: Die italienische Künstlerin Giulia Andreani (*1985) nutzt Fotos aus Familienalben und Archiven als Basis ihr figurativen, oft monochromen Gemälde. Andreani haucht dabei vergessenen Geschichten neues Leben ein und eröffnet dabei neue Bedeutungsebenen für die Gegenwart und untersucht das kollektive Gedächtnis. Das Leitmotiv ihres Schaffens ist die Geschichte des Feminismus. Ihre Arbeiten fertigt sie meist mit Payne’s grey an, einem blaugrauen Farbton, der sich im Spannungsfeld von warmen und kalten Farben bewegt und an historische Fotografien denken lässt. Der Hamburger Bahnhof präsentiert nun Andreanis erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland: Giulia Andreani: Sabotage läuft vom 27. Februar bis zum 13. September. Die Schau rahmt zudem historische Sammlungen durch zeitgenössische Perspektiven neu: Andreanis Gemälde werden gemeinsam mit Werken der Antikensammlung, des Kunstgewerbemuseums, des Museums Europäischer Kulturen und des Kupferstichkabinetts gezeigt.

Die Künstlerin stammt aus Venedig und lebt und arbeitet in Paris. 2018 war Andreani Stipendiatin der Villa Medici, der Französischen Akademie in Rom, und 2022 stand sie auf der Shortlist für den Prix Marcel Duchamp. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen musealen Sammlungen vor allem in Frankreich, Italien und der Schweiz vertreten. Im Jahr 2026 folgt ab dem 06. März ihre Einzelausstellung Peinture froide im Musée d’art contemporain de Lyon. Andreani wird von der Galerie Max Hetzler vertreten.

Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms »30 Jahre Hamburger Bahnhof«, das den Bogen von der Geschichte des Ortes bis in die Zukunft spannt: Acht Sonderausstellungen, darunter zu Shilpa Gupta und Sophie Calle, eine neue Sammlungspräsentation sowie Performances und Konzerte prägen das Jahr 2026. Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende vom 13. bis 15. November, an dem eine internationale Konferenz zur Zukunft zeitgenössischer Sammlungsmuseen stattfindet und das Haus für 30 Stunden durchgehend geöffnet ist.Art.Salon

Giulia Andreani, Portrait
© Emma Burlet
Giulia Andreani, Portrait
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